Die Schauinslandbahn – ein technisches Denkmal

Die Schauinslandbahn – ein technisches Denkmal

Zum ersten Mal weltweit wurde mit dem Bau der Schauinslandbahn bei einer Personenseilbahn das Umlaufprinzip konzipiert, das einen kontinuierlichen Lauf der Gondeln ermöglicht. Auf dem umlaufenden Seil konnten erstmals beliebig viele Kabinen angebracht werden. Ursprünglich waren 10 mit je einem Schaffner besetzte Kabinen vorhanden, von denen bis zu 8 gleichzeitig in Bewegung waren. Seit dem Umbau der Anlage 1988 ist die Bahn mit 37 etwas kleineren schaffnerlosen Kabinen ausgestattet. Sie wurden aus Denkmalschutz-Gründen gestalterisch den ursprünglichen Kabinen nachempfunden.

Bis heute ist die Schauinslandbahn die längste nach dem Umlaufprinzip konzipierte Seilbahn in Deutschland. Ihre Länge beträgt 3600 m, wobei sie einen Höhenunterschied von 764 m überwindet.

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Tag des offenen Denkmals

 

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg veranstaltet einmal pro Jahr unter wechselndem Motto den beliebten „Tag des offenen Denkmals“. Zahlreiche Kulturdenkmäler sind an diesem Tag der Öffentlichkeit zugänglich und zeugen von der Vielfalt und Besonderheit unserer Region. Auch die Schauinslandbahn als technisches Denkmal beteiligt sich jährlich mit zahlreichen Aktionen an diesem Tag. Termin und Programm finden Sie jeweils rechtzeitig vorher unter Termine/Events.

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Die erste Umlaufseilbahn weltweit

 

Die Besonderheit der Bahn liegt in ihrer technikgeschichtlichen Bedeutung als erster Seilbahn der Welt für Personenbeförderung, die nach dem Umlaufsystem ausgeführt wurde. Dieses System ist für alle modernen Kleingondelsysteme vorbildhaft geworden. Die Bauten der Berg-, Mittel-, Spann- und Talstation, die Stützen und die nach dem Umbau erhalten gebliebenen Teile der bauzeitlichen Technik zeigen bis heute weitgehend die Bauweise einer Seilbahn der Zeit um 1930 nach dem Umlaufprinzip. Durch die gute Erhaltung des originalen Zustandes wird der Wert als technikgeschichtliche Quelle unterstrichen und gesteigert. Hinzu kommt der gestalterische Wert der baulichen Anlagen und ihrer Bau-Details im Einzelnen. Vorzüglich gelöst ist die Aufgabe, eine funktional durchgestaltete Ingenieurskonstruktion wie eine Seilbahn mit einer sich in die Landschaft einfügenden Architektur zu verbinden.

 

Heimatgeschichtliche Gründe

Die Schauinslandbahn ist seit vielen Jahrzehnten im Bewusstsein der Bevölkerung tief verwurzelt, was sich unter anderem in den Bemühungen zum Erhalt der Bahn in den 80er Jahren und in zahlreichen Presseberichten und Publikationen äußert.

 

Denkmalwürdigkeit

Das öffentliche Interesse am Erhalt der Schauinslandbahn beruht auf dem dokumentarischen und exemplarischen Wert der Anlage für die technikgeschichtliche Erforschung von Seilbahnen nach dem Umlaufprinzip. Als weltweit erste Personenseilbahn, die nach diesem System im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts geplant und gebaut wurde, kommt der Schauinslandbahn auch Seltenheits- und Alterswert zu.

 

Das öffentliche Interesse am Erhalt begründet sich darüber hinaus in der Originalität und Integrität der Architektur und ihrer Ausstattung sowie dem dokumentarischen und exemplarischen Wert für die Beschäftigung mit Verkehrsbauten. Die einzelnen Bestandteile der Schauinslandbahn wie Berg-, Mittel- und Talstation sowie die 7 Stahlmasten bilden eine Sachgesamtheit.